Von Till Westermann · Zuletzt aktualisiert: August 2026
Eine Peer Group gibt Gründern und Geschäftsführern etwas, das kein Beirat und kein Buch liefert: einen Raum mit Menschen auf derselben Höhe, unter demselben Druck, die aussprechen, was das eigene Team nicht aussprechen kann. In Deutschland gibt es davon mehr, als die meisten vermuten — verteilt auf drei Welten, die sich gegenseitig kaum wahrnehmen, und die Hälfte der Anbieter nennt dir den Preis erst im Vertriebsgespräch.
Dieser Vergleich zeigt die Peer Groups, die Gründern, CEOs und Führungskräften in Deutschland 2026 offenstehen — in zwei Segmenten: Startup und Scale-up sowie etablierte Inhaber und Mittelstand. Das sind unterschiedliche Produkte. Sie als einen Markt zu behandeln ist der häufigste Grund, warum Leute im falschen Raum landen.
Wie wir verglichen haben: Format, Gruppengröße, Rhythmus, Zugangsvoraussetzung, wer moderiert und ob bezahlt, Bindungsdauer, Sprache und veröffentlichter Preis. Alle Angaben wurden am 18. August 2026 auf den Websites der Anbieter geprüft. Wo ein Anbieter keinen Preis veröffentlicht, steht das hier so — statt einer Schätzung.
Bewusst ohne Ranking und ohne bezahlte Platzierung. Deep Work Club veröffentlicht diesen Vergleich und kommt darin vor. In mehreren Profilen unten passt ein anderer Anbieter besser, und das steht dann auch da.
Zu den Preisen: Neun Anbieter in diesem Vergleich veröffentlichen eine nachprüfbare Zahl. Acht veröffentlichen gar nichts. Diese Aufteilung ist nicht zufällig — mehr dazu im Preisabschnitt weiter unten.
Was eine Peer Group ist — und was nicht
Eine Peer Group ist ein kleiner, fester, vertraulicher Kreis von Menschen auf vergleichbarer Ebene, die sich regelmäßig treffen, um an den echten Entscheidungen der anderen zu arbeiten. Die Begriffe drumherum werden unsauber verwendet, und die Unterschiede sind keine Kosmetik — sie entscheiden, wer im Raum sitzt und was dort passiert.
Unternehmerboard (englisch: peer advisory board). Eine feste Gruppe nicht konkurrierender Inhaber oder Geschäftsführer, geführt von einem bezahlten professionellen Moderator, monatliches Treffen. Der Moderator führt den Prozess, setzt die Agenda und coacht die Mitglieder meist zusätzlich einzeln. Das ist das Modell von Vistage und TAB. Du kaufst hier die Moderationsdisziplin genauso wie die Peers.
Mastermind. Eine moderierte Kohorte, meist zeitlich befristet, oft entlang eines Curriculums oder einer definierten Methode. Kleinere Gruppen, und die Verpflichtung hat ein Enddatum. machermind und das Deep Work Club Founder Program gehören hierher.
Mitglieder-Forum. Ein Peer-Kreis innerhalb einer größeren Mitgliederorganisation, moderiert von einem geschulten Mitglied statt von einem bezahlten Externen. So funktionieren EO Forum und YPO Forum. Die Moderation kostet nichts extra, die Qualität schwankt mit der Gruppe.
ERFA-Gruppe (Erfahrungsaustauschgruppe). Die ältere deutsche Tradition: Inhaber nicht konkurrierender Betriebe derselben Branche treffen sich ein- bis dreimal im Jahr und legen Betriebs- und Finanzkennzahlen zum direkten Benchmarking offen. Sehr konkret, sehr eng, meist getragen von einem Branchenverband oder Branchenberater.
Verband. Wirtschaftsjunioren, Die Jungen Unternehmer, Startup-Verband. Regionalkreise, Veranstaltungen, Interessenvertretung, Zugang. Günstig und breit — aber keine vertrauliche Beratungsgruppe. Das eine zu kaufen und das andere zu erwarten geht regelmäßig schief.
Netzwerkveranstaltung. Keine Peer Group. Keine feste Mitgliedschaft, keine Vertraulichkeit, keine Kontinuität. Du bekommst die polierte Version jeder Geschichte. Der gesamte Wert eines geschlossenen Kreises besteht darin, dass du die unpolierte bekommst.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Sieben Kriterien trennen die Optionen schneller als jede Broschüre.
Die Zugangshürde. EO verlangt über 1 Mio. US-Dollar Umsatz und einen Eintritt vor dem 50. Lebensjahr. YPO verlangt rund 15 Mio. US-Dollar und 50 Mitarbeitende. Founder Coach verlangt ein VC-finanziertes Unternehmen mit mindestens 10 Mitarbeitenden. machermind, Vistage und TAB veröffentlichen überhaupt keine Hürde. Die Hürde ist ein Stellvertreter für die Frage, wer sonst im Raum sitzt — und das Kaliber der Peers entscheidet mehr als alles andere darüber, ob die Gruppe deine Zeit wert ist. Keine Hürde heißt nicht automatisch schlechter, aber dann solltest du fragen, wie stattdessen zusammengestellt wird.
Wer moderiert — und ob bezahlt. Das ist die sauberste strukturelle Trennlinie im Markt. Bezahlte professionelle Moderatoren (Vistage, TAB, EGN, machermind, DFK, Deep Work Club, Founder Coach) bringen Prozessdisziplin und meist ein gebündeltes Einzelcoaching mit. Geschulte Peer-Moderatoren (EO Forum, YPO Forum) kosten nichts extra und kennen das Gelände aus eigener Erfahrung — die Verlässlichkeit hängt aber daran, wer gerade deine Gruppe moderiert.
Gruppengröße. Die Spanne in diesem Vergleich reicht von 3 bis 35. Unter zehn bedeutet echte Redezeit pro Person und eine tatsächliche Beratungsdynamik. Ab zwanzig ist es ein Wissensnetzwerk — wertvoll, aber du legst dort nicht in jeder Sitzung deine schwierigste Entscheidung auf den Tisch.
Rhythmus und echter Zeitaufwand. Zweiwöchentlich 60 Minuten, monatliche Halbtage, vier Vier-Stunden-Treffen im Jahr, sechs volle Tage über sechs Monate, drei Präsenzwochen — das sind keine Varianten desselben Formats. Wähle nach der Zeit, die du realistisch freihalten kannst, nicht nach der, die du gern hättest.
Branchenübergreifend, gleiche Branche oder gleiche Rolle. Vistage und TAB bauen bewusst nicht konkurrierende, branchenübergreifende Gruppen. EGN sortiert nach Funktion und setzt CEOs zu CEOs und CFOs zu CFOs. ERFA-Gruppen sortieren nach Branche und ergänzen Finanz-Benchmarking. Drei verschiedene Nutzenversprechen unter ähnlichen Etiketten.
Bindungsdauer und versenkte Eintrittsgebühren. Unbefristete Jahresmitgliedschaft mit Aufnahmegebühr (EO, YPO, Vistage, TAB, EGN) gegen befristete Formate mit klarem Ende (machermind sechs Monate, Deep Work Club Leadership Circle drei Monate Mindestlaufzeit, EO Accelerator rund zwei Jahre). Aufnahmegebühren — EO Berlin verlangt 1.395 € zusätzlich zu 3.500 US-Dollar global — sind am ersten Tag versenkt. Das macht eine Fehlentscheidung teuer, ohne dass es am Monatspreis sichtbar wäre.
Sprache. Vistage Deutschland, TAB, machermind, DFK, EGN, die Wirtschaftsjunioren und die BBUG laufen auf Deutsch. EO und YPO arbeiten auf globaler Ebene international auf Englisch. Founder Coach ist ausschließlich englischsprachig. Für ein deutschsprachiges Gründerteam ist das ein echtes Filterkriterium, keine Fußnote.
Die Anbieter im Vergleich (2026)
Startup und Scale-up
Anbieter | Format | Gruppengröße | Für wen | Rhythmus | Region & Sprache | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
Deep Work Club — Founder Program | Moderierte Gründer-Kohorte + Retreat | 8–12 | Gründer, Seed–Series A, ca. 1–10 Mio. € Umsatz | 10 × monatlich 3 Std. + 3-Tage-Retreat, 12 Monate | Deutschland, Retreat bei München · EN/DE | Auf Anfrage (gestaffelt nach Reifegrad) |
Deep Work Club — Leadership Circle | Moderierter Peer-Kreis | max. 10 | Team Leads im Startup (VP, Director, Head of) | Zweiwöchentlich, 60 Min., online | Berlin, online · EN | 209 €/Monat zzgl. USt., 3 Monate Mindestlaufzeit |
Founder Coach | Peer Groups + 1:1 + Präsenztraining | klein (Website nennt widersprüchliche Zahlen) | CEOs VC-finanzierter Tech-Startups, 10+ Mitarbeitende | 6-Monats-Programm | Europaweit, remote · EN | Nicht veröffentlicht |
EO Accelerator | Lerntage + Accountability-Gruppe | kleine Accountability-Gruppen | Gründer mit 250.000–999.000 US-Dollar Umsatz | 4 ganze Tage/Jahr + monatliche Gruppe | Deutschland über EO-Chapter · EN | 1.750 US-Dollar/Jahr (Europa-Seite nennt 2.500 €) |
Ten More In | Kohortenprogramm mit integriertem Peer-Kreis | Kohorte + „Close Circle" | Frauen, die führen oder führen wollen | 4–8 Wochen je Programm | Deutschland, online · DE | 3.950–4.150 € je Programm |
Etablierte Inhaber und Mittelstand
Anbieter | Gegr. | Format | Gruppengröße | Für wen | Rhythmus | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
EO Deutschland (Forum) | 1987 · DE-Chapter ab 2008 | Mitglieder-Forum, peer-moderiert | 6–10 | Inhaber mit über 1 Mio. US-Dollar Umsatz, Eintritt vor 50 | Monatlich | 2.630 US-Dollar/Jahr + 3.500 US-Dollar Aufnahme, plus Chapter-Beitrag (Berlin 2.127,50 € + 1.395 €) |
YPO | 1950 | Mitglieder-Forum, peer-moderiert | Nicht veröffentlicht | CEOs, ca. 15 Mio. US-Dollar Umsatz, 50+ Mitarbeitende, unter 45 | Monatlich | In Deutschland nicht veröffentlicht |
Vistage Deutschland | 1957 · DE seit 2003 | Unternehmerboard + monatliches 1:1 | 12–15 | Inhaber und Geschäftsführer im Mittelstand | Monatlich Gruppe + monatlich ca. 2 Std. 1:1 | Nicht veröffentlicht |
TAB — The Alternative Board | DE seit 2013 | Unternehmerboard + Einzelcoaching | 6–8 | Inhaber und Geschäftsführer | Monatlich | Nicht veröffentlicht |
EGN Deutschland | 1992 | Peer Groups nach Funktion | 20–25 | CEOs, CFOs, CTOs, HR und weitere Funktionen | 4–6 × jährlich, 4 Std. | Nicht veröffentlicht (meist arbeitgeberfinanziert) |
machermind | — | Moderierter Mastermind, befristet | max. 8 | Inhaber, Geschäftsführer, Selbstständige · keine Hürde | 6 volle Tage über 6 Monate | 4.500 € netto oder 6 × 770 € netto |
DFK CEO-Peergroup | — | Online-Sparringssitzung | 3–6 | CEOs im Mittelstand | 1,5 Std., individuell terminiert | 999 € (849,15 € für DFK-Mitglieder), zzgl. USt. |
Quellen: Websites der Anbieter — deepwork.club, foundercoach.com, eonetwork.org, tenmorein.com, ypo.org, vistage-germany.de, thealternativeboard.biz, egn.com, macher-mind.de, dfk.eu. Alle Angaben geprüft am 18. August 2026; besonders Mitgliedsbeiträge werden regelmäßig angepasst — vor einer Entscheidung direkt bestätigen lassen.
Die Anbieter im Detail
Startup und Scale-up
1. Deep Work Club — zwei Peer-Formate, getrennt nach Rolle
Gegründet: 2024 · Region: Deutschland, online + Retreat bei München · Format: Founder Program (moderierte Kohorte) und Leadership Circle (moderierter Peer-Kreis) · Gruppengröße: 8–12 Gründer / max. 10 Leads · Preis: Founder Program auf Anfrage; Leadership Circle 209 € pro Monat zzgl. USt., 3 Monate Mindestlaufzeit
Deep Work Club betreibt zwei getrennte Peer-Formate für zwei getrennte Zielgruppen, und der Unterschied ist bei der Auswahl entscheidend. Das Founder Program ist eine zwölfmonatige Kohorte aus 8–12 Gründern zwischen Seed und Series A, typisch 1 bis 10 Mio. € Umsatz, aufgebaut auf zehn monatlichen Dreistundensitzungen und einem dreitägigen Präsenz-Retreat bei München. Der Leadership Circle richtet sich an Team Leads im Startup — VPs, Directors, Heads of — begrenzt auf zehn Personen, zweiwöchentlich 60 Minuten online, moderiert von Lea Mersch. Wer gründet, für den ist das Founder Program das relevante Format; der Leadership Circle ist bewusst kein Gründerraum. Deep Work Club veröffentlicht den Circle-Preis und veröffentlicht keinen Founder-Program-Preis — nach dem Maßstab dieses Artikels also ein halber Punkt.
2. Founder Coach — gebaut für die Dynamik VC-finanzierter CEOs
Gründer: Dave Bailey · Region: europaweit, remote · Format: Sechsmonatsprogramm aus kuratierten CEO-Peer-Groups, Einzelcoaching und Präsenztraining · Für wen: CEOs VC-finanzierter Tech-Startups ab 10 Mitarbeitenden, typisch Series A–C · Preis: nicht veröffentlicht
Der klarste Treffer in diesem Vergleich, wenn die schwierigsten Themen Board-Dynamik, Verwässerung und Runway heißen statt klassischer Inhaberfragen. Die Gruppen bestehen aus CEOs in vergleichbarer Phase, und das Programm ist ausdrücklich CEO-only — Dave Bailey arbeitet nach eigener Aussage mit Gründer-CEOs, nicht mit deren Führungsteams. Zwei Einschränkungen für deutsche Interessenten: Die Website nennt keine deutsche Stadt und keine deutsche Kohorte, das Format ist also remote und europaweit statt lokal verankert — und es läuft ausschließlich auf Englisch. Die Gruppengröße wird auf der Website widersprüchlich angegeben, von vier bis sieben oder acht. Vor einer Zusage nachfragen.
3. EO Accelerator — der strukturierte Einstieg unterhalb von 1 Mio.
Region: Deutschland über die EO-Chapter · Format: vier ganztägige Lernveranstaltungen pro Jahr, moderiert von EO-Mitgliedern, plus monatliche Accountability-Gruppe · Für wen: Gründer mit 250.000 bis 999.000 US-Dollar Umsatz · Preis: 1.750 US-Dollar pro Jahr (die europäische Programmseite nennt 2.500 €)
Die Antwort auf eine Frage, die dieser Markt weitgehend ignoriert: Was macht ein Gründer, der es ernst meint, aber die Umsatzschwelle von EO, YPO und den meisten Mittelstandsformaten noch nicht erreicht? Accelerator läuft, bis das Mitglied 1 Mio. US-Dollar erreicht — im Schnitt rund zwei Jahre — und öffnet dann den Weg in die reguläre EO-Mitgliedschaft. Es ist das günstigste strukturierte Programm mit Zugangshürde in diesem Vergleich. Die Preisdifferenz zwischen globaler FAQ und Europaseite ist nicht erklärt; geh von der europäischen Zahl aus und lass sie dir vom Chapter bestätigen.
4. Ten More In — Kohortenprogramm mit Peer-Kreis darin
Gründerinnen: Lea-Sophie Cramer und Lia Grünhage · Region: Deutschland, online und flexibel · Format: zeitlich befristete Kohortenprogramme mit integriertem Peer-Kreis („Close Circle"), dazu lokale Events und ein jährlicher Leadership Summit · Für wen: Frauen, die führen oder führen wollen, ab Team-Lead-Ebene · Preis: Leadership Core und Leadership Excellence 3.950 € inkl. USt. (Selbstzahlerinnen) / 4.150 € zzgl. USt. (Firmenzahlung); AI Bootcamp 1.250 € / 1.500 €
Wichtig für die Einordnung: Das ist eine curriculumgeführte Kohorte mit Peer-Kreis darin, kein dauerhaftes Unternehmerboard. Damit passt es gut, wenn du über definierte sechs bis acht Wochen strukturierten Führungsinput willst — und schlechter, wenn du einen offenen Raum suchst, in den du über Jahre hinweg laufende Entscheidungen trägst. Keine Umsatz- oder Rollenhürde. Ten More In veröffentlicht eine vollständige Preisliste für jedes Programm, jeweils für Selbstzahlerinnen und für Firmenzahlung — die transparenteste Preisgestaltung aller deutschen Anbieter in diesem Vergleich.
Etablierte Inhaber und Mittelstand
5. EO Deutschland — das peer-moderierte globale Netzwerk
Gegründet: 1987 · Deutsche Chapter: Berlin (2008, 272 Mitglieder), München (2008, 150), Hamburg (2011, 134), Rhine-Ruhr (2008, 124), Southwest (2016, 115) · Format: EO Forum, 6–10 Mitglieder, monatlich · Preis: 2.630 US-Dollar Jahresbeitrag global + 3.500 US-Dollar einmalige Aufnahmegebühr, plus Chapter-Beitrag — EO Berlin ergänzt 2.127,50 € pro Jahr und 1.395 € Aufnahme
Das EO Forum ist die Referenzumsetzung des peer-moderierten Modells. Gruppen von sechs bis zehn Personen treffen sich monatlich unter einem geschulten Moderator, der selbst Mitglied und nicht bezahlter Externer ist, und arbeiten nach dem Gestalt-Prinzip des Erfahrungsteilens: Mitglieder erzählen, was ihnen selbst passiert ist, und geben keine Ratschläge. Diese Einschränkung ist der eigentliche Mechanismus — sie verhindert, dass acht Leute dir erklären, was sie an deiner Stelle tun würden. Die Zugangshürde ist hart: Gründer, Inhaber oder kontrollierender Gesellschafter eines Unternehmens mit über 1 Mio. US-Dollar Umsatz, Eintritt vor dem 50. Geburtstag. Für VC-finanzierte Unternehmen gibt es einen alternativen Weg und drei Jahre Karenz. EO veröffentlicht jede Gebühr einzeln — das macht in diesem Vergleich fast niemand sonst.
6. YPO — die höchste Hürde im deutschen Markt
Gegründet: 1950 · Präsenz in Deutschland: YPO Hamburg mit eigener Chapter-Website bestätigt; Berlin und Gold Berlin auf YPO-Veranstaltungsseiten referenziert · Format: monatliches vertrauliches Forum, mitgliedergeführt, dazu Lernformate und globale Programme · Für wen: Geschäftsführer substanzieller Unternehmen · Preis: in Deutschland nicht veröffentlicht
Die Aufnahmekriterien von YPO sind die steilsten hier: unter 45 bei Aufnahme, mindestens 15 Mio. US-Dollar Umsatz und mindestens 50 Vollzeitkräfte oder über 2,5 Mio. US-Dollar Jahreslohnsumme, dazu ein Titel als President, Chairman, CEO, Geschäftsführer oder Managing Partner. Wer ein Unternehmen dieser Größe führt, findet hier ein Peer-Kaliber, mit dem kaum eine Alternative konkurriert. Für alle anderen liegt es schlicht außerhalb der Reichweite, und einen Einstiegsweg wie EO Accelerator gibt es nicht. Kein deutsches Chapter veröffentlicht Beiträge; US-Chapter tun es, und die Summen dort liegen deutlich im fünfstelligen Bereich pro Jahr — nur als Anhaltspunkt, nicht als deutscher Preis.
7. Vistage Deutschland — der Unternehmerboard-Klassiker
Gegründet: 1957 · In Deutschland seit: 2003 · Format: Unternehmerboard plus monatliches Einzelgespräch mit dem Moderator · Gruppengröße: 12–15 · Regionen: Bayern, Hessen, Karlsruhe · Preis: nicht veröffentlicht
Das Original der Kategorie und weltweit weiterhin das größte. Die Gruppen bestehen aus nicht konkurrierenden Inhabern und Geschäftsführern verschiedener Branchen, treffen sich monatlich und — ein Detail, auf das Vistage Deutschland Wert legt — tagen in den Unternehmen der Mitglieder statt in neutralen Hotels, was verändert, wie viel die Teilnehmenden voneinander tatsächlich sehen. Jedes Mitglied bekommt zusätzlich monatlich rund zwei Stunden mit dem Moderator, ein wesentlicher Teil der Leistung. Und genau da liegt das Problem: Die deutsche Website spricht von einem monatlichen Beitrag und nennt nirgends eine Zahl. Für den Marktführer der Kategorie ist das eine auffällige Lücke.
8. TAB — The Alternative Board Deutschland
In Deutschland seit: 2013 · Format: Unternehmerboard mit integriertem Einzelcoaching · Gruppengröße: 6–8, branchenübergreifend, feste Zusammensetzung · Rhythmus: monatlich · Preis: nicht veröffentlicht
Strukturell der engste Wettbewerber zu Vistage in Deutschland, bei etwa halber Gruppengröße und mit einem Franchise-Netz, das auch mittelgroße Städte erreicht, die Vistage nicht abdeckt. Die Boards führt ein regionaler TAB-Partner mit unternehmerischem Hintergrund, das Coaching ist enthalten statt separat verkauft. Die kleinere Gruppe ist ein echter Unterschied: Bei sechs bis acht Personen kann jedes Mitglied realistisch in den meisten Treffen ein eigenes Thema einbringen. Wie Vistage veröffentlicht TAB Deutschland keinen Preis. In Foren kursieren Zahlen; wir konnten keine davon verifizieren und drucken sie deshalb nicht.
9. EGN Deutschland — Peer Groups nach Rolle, arbeitgeberfinanziert
Gegründet: 1992 · Größe: rund 13.000 Mitglieder international, 45 Peer Groups in Deutschland · Format: Gruppen nach Funktion — CEO, CFO, CTO, HR, Vertrieb, Einkauf, IT und weitere · Gruppengröße: 20–25 · Rhythmus: 4–6 × pro Jahr, vier Stunden, in Präsenz · Preis: nicht veröffentlicht; EGN gibt an, der Beitrag variiere, und positioniert ihn als Weiterbildungsbudget
Die einzige wirklich andere Zuordnungslogik in diesem Vergleich: EGN setzt dich mit Menschen zusammen, die dieselbe Rolle in anderen Branchen ausfüllen, statt mit Unternehmern allgemein. Für eine Funktionsverantwortliche ist das oft direkter nutzbar als ein gemischter Gründerraum. Aus der Gruppengröße jenseits von zwanzig folgen allerdings zwei Dinge: Es ist eher ein Wissens- und Benchmarking-Netzwerk als ein Ort, an dem du in jeder Sitzung deine schwierigste eigene Entscheidung bearbeitest — und bei vier bis sechs Treffen pro Jahr ist die Kontinuität geringer. Als Weiterbildungsposten konzipiert, was die Abrechnung erleichtert und den Preisvergleich erschwert.
10. machermind — befristet und vollständig bepreist
Format: moderierter Mastermind, sechs Monate, sechs volle Präsenztage (9:00–15:00 Uhr) · Gruppengröße: max. 8 · Moderation: Rhena Wolf und Karen Sonnenberger · Für wen: Inhaber, Geschäftsführer und Selbstständige — keine Umsatzhürde · Preis: 4.500 € netto als Einmalzahlung oder 6 × 770 € netto
Das strukturelle Gegenteil des Mitgliedschaftsmodells, und genau deshalb nützlich. Keine Zugangshürde, keine Aufnahmegebühr, keine unbefristete Bindung: sechs definierte Tage über sechs Monate, veröffentlichte Termine, veröffentlichter Preis, klares Ende. Wer noch nie in einer moderierten Peer Group war und sich nicht auf eine mehrjährige Mitgliedschaft festlegen will, um das herauszufinden, hat hier den risikoärmsten vollwertigen Einstieg des Vergleichs. Presseberichte verorten die Treffen im Rhein-Neckar-Raum; die Website selbst nennt den Ort nicht — vor der Reiseplanung klären.
11. DFK CEO-Peergroup — das günstigste moderierte Format mit Preisangabe
Anbieter: DFK — Verband für Fach- und Führungskräfte e.V. · Format: 1,5-stündige Online-Sparringssitzung über MS Teams, individuell terminiert · Gruppengröße: 3–6 · Moderation: Martina Lackner und Nela Novakovic · Preis: 999 €, für DFK-Mitglieder 849,15 €, jeweils zzgl. USt.
Keine dauerhafte Gruppe und wird auch nicht als solche verkauft — eine einzelne moderierte Sitzung mit drei bis sechs anderen Führungskräften, online, terminiert nach Absprache. Mit 999 € ist es mit Abstand das günstigste moderierte CEO-Peer-Format in diesem Vergleich, dessen Preis du vor der Zusage lesen kannst. Sinnvoll als Test, ob das Format für dich etwas bringt, oder als gezieltes Sparring zu einer konkreten Entscheidung — nicht als Ersatz für Kontinuität. Es ist nichts gebündelt: kein Coaching, kein Netzwerk, keine Events. Genau deshalb kostet es, was es kostet.
Ebenfalls erwähnenswert
Mittelstand Mastermind — ein deutsches Lizenzsystem (betrieben von ROSS & PARTNER, Hainburg), in dem selbstständige Lizenzpartner moderierte Unternehmerboards mit sechs bis acht Mitgliedern führen. Bringt ein standardisiertes Board-Format in kleinere Regionen. Kein Preis veröffentlicht.
BBUG — Baden-Badener Unternehmer-Gespräche — gegründet 1955. Kein Unternehmerboard, sondern ein intensives Präsenzprogramm: rund 35 Führungskräfte, drei Intensivwochen in Baden-Baden, zweimal jährlich, sektorübergreifend inklusive Wissenschaft und Verwaltung. Das klassische deutsche Top-Führungsformat. Kein Preis veröffentlicht.
Weissenhaus Mastermind — ein jährliches viertägiges Retreat an der Ostsee, maximal 25 Teilnehmende, ausschließlich Inhaber und CEOs. 14.000 € zzgl. USt., offen veröffentlicht. Eine Veranstaltung, keine laufende Gruppe.
Wirtschaftsjunioren Deutschland — rund 10.000 Mitglieder unter 40 in etwa 215 Kreisen unter dem Dach der IHK. Die Beiträge werden lokal festgelegt und veröffentlicht: 130–305 € pro Jahr. Ein Netzwerk- und Projektverband, keine vertrauliche Beratungsgruppe — aber der mit Abstand günstigste Weg in einen Raum voller anderer Unternehmer.
Die Jungen Unternehmer (BJU) — rund 6.500 Mitglieder, unter 40, mindestens 10 Mitarbeitende oder 1 Mio. € Umsatz, organisiert in 16 Landesbereichen und 47 Regionalkreisen. Ein Verband mit angeschlossenen Austauschformaten, keine moderierte Peer Group.
RKW Peergroups — kleine feste Gruppen von Führungskräften, zweiwöchentlich zwei Stunden, jede Person mindestens einmal auf dem heißen Stuhl. Getragen vom gemeinnützigen RKW Kompetenzzentrum und kostenfrei. Die einzige kostenlose strukturierte Option hier.
Klassische ERFA-Gruppen — branchenspezifische Kreise nicht konkurrierender Inhaber, ein- bis dreimal jährlich, mit Offenlegung von Finanz- und Betriebskennzahlen zum direkten Benchmarking. Meist getragen von einem Branchenverband oder Branchenberater. Eng, konkret und ein völlig anderes Versprechen als eine branchenübergreifende Gründergruppe.
Welche Peer Group passt zu wem?
Gründer zwischen Seed und Series A, will eine Kohorte mit echter Tiefe → Deep Work Club Founder Program, oder machermind, wenn dir eine kürzere befristete Laufzeit mit veröffentlichtem Preis lieber ist.
Gründer eines VC-finanzierten Tech-Unternehmens, Board und Runway sind die harten Themen → Founder Coach. Nur Englisch, remote.
Gründer unter 1 Mio. Umsatz → EO Accelerator. Die meisten anderen Formate mit Hürde nehmen dich noch nicht auf, und dieses ist genau für diese Phase gebaut.
Inhaber oder Geschäftsführer eines etablierten Mittelständlers → Vistage Deutschland oder TAB. TAB bei kleinerem Board und regionaler Abdeckung, Vistage, wenn dir das gebündelte monatliche Einzelgespräch wichtig ist.
Geschäftsführer eines Unternehmens über 15 Mio. US-Dollar mit 50+ Mitarbeitenden → YPO, oder EO, wenn du unter 50 bist und eine niedrigere Hürde mit veröffentlichten Beiträgen willst.
Funktionsverantwortliche — CFO, CTO, HR-Leitung — statt Gründer → EGN, mit Zuordnung nach Rolle über Branchen hinweg.
Team Lead im Startup, nicht Gründer → Deep Work Club Leadership Circle. Die meisten Formate in diesem Vergleich sind dir verschlossen; dieses ist für die Rolle gebaut.
Frauen, die ein strukturiertes Führungsprogramm mit Peer-Kreis suchen → Ten More In.
Du willst das Format testen, bevor du dich bindest → DFK CEO-Peergroup für 999 € oder die kostenfreien RKW Peergroups.
Das Budget ist die bindende Grenze → RKW (kostenfrei), Wirtschaftsjunioren (130–305 €/Jahr), Deep Work Club Leadership Circle (209 €/Monat, 627 € für die Mindestlaufzeit).
Was kostet eine Peer Group in Deutschland?
Peer Groups für Gründer und CEOs kosten in Deutschland zwischen null und rund 14.000 € pro Jahr — und etwa die Hälfte der Anbieter nennt dir die Zahl erst im Vertriebsgespräch.
Veröffentlichte, nachprüfbare Preise:
Anbieter | Veröffentlichter Preis |
|---|---|
RKW Peergroups | Kostenfrei |
Wirtschaftsjunioren Deutschland | 130–305 € pro Jahr (lokal festgelegt) |
DFK CEO-Peergroup | 999 € (849,15 € für Mitglieder), zzgl. USt. |
Deep Work Club — Leadership Circle | 209 €/Monat zzgl. USt. · 627 € für die 3-Monats-Mindestlaufzeit |
EO Accelerator | 1.750 US-Dollar/Jahr (Europa-Seite: 2.500 €) |
EO Deutschland | 2.630 US-Dollar/Jahr + 3.500 US-Dollar Aufnahme, plus Chapter-Beitrag (Berlin: 2.127,50 € + 1.395 €) |
Ten More In | 1.250–4.150 € je Programm |
machermind | 4.500 € netto oder 6 × 770 € netto |
Weissenhaus Mastermind | 14.000 € zzgl. USt. |
Ohne jede Preisangabe: Vistage Deutschland, TAB Deutschland, YPO, EGN Deutschland, Mittelstand Mastermind, BBUG, Founder Coach und das Deep Work Club Founder Program.
Die Aufteilung ist nicht zufällig. Preisintransparenz folgt den Modellen mit bezahltem Moderator, Franchise und geschlossener Mitgliedschaft; Preistransparenz folgt Verbänden und befristeten Kohortenprodukten. Wo ein Beitrag pro Moderator oder pro Franchisepartner festgelegt und individuell verhandelt wird, gibt es keine eine Zahl zum Veröffentlichen. Das ist eine echte Erklärung, keine Ausrede — es bedeutet nur, dass du in der Hälfte dieses Marktes ohne Telefonate keinen Kostenvergleich hinbekommst. Plane das ein.
Ein praktischer Hinweis zum Vergleichen: Vergleiche nicht nur Monatsbeiträge. Eine Aufnahmegebühr ist am ersten Tag versenkt, und die von EO liegt vor dem ersten Forum-Treffen im vierstelligen Bereich. Ein gebündeltes Einzelcoaching, wie bei Vistage und TAB, ist für sich genommen viel wert — Führungskräfte-Coaching kostet in Deutschland im Firmenkontext im Schnitt rund 330 € pro Stunde. Und ein befristetes Programm mit Enddatum trägt ein anderes Risiko als eine unbefristete Mitgliedschaft, die du aktiv kündigen musst.
Häufige Fragen
Was ist eine Peer Group für Gründer?
Eine Peer Group für Gründer ist ein kleiner, fester und vertraulicher Kreis von Gründerinnen, Gründern oder Geschäftsführern, die sich regelmäßig treffen, um an den tatsächlichen unternehmerischen und persönlichen Führungsentscheidungen der anderen zu arbeiten. Die Gruppen umfassen typischerweise drei bis fünfzehn Personen und werden entweder von einem bezahlten professionellen Moderator oder von einem geschulten Mitglied geführt. Der Unterschied zu einem Netzwerk: Die Mitgliedschaft ist geschlossen, die Teilnahme verbindlich, und was im Raum gesagt wird, verlässt ihn nicht.
Welche Peer Groups für Gründer und CEOs gibt es in Deutschland?
Die wichtigsten in Deutschland verfügbaren Anbieter sind EO Deutschland mit Chaptern in Berlin, München, Hamburg, Rhine-Ruhr und Southwest; YPO; Vistage Deutschland; TAB — The Alternative Board; EGN Deutschland; machermind; die DFK CEO-Peergroup; und Deep Work Club mit einem Founder Program für Gründer sowie einem Leadership Circle für Team Leads im Startup. Für Gründer unter 1 Mio. US-Dollar Umsatz ist EO Accelerator der strukturierte Einstieg. Ten More In bietet Kohortenprogramme mit integriertem Peer-Kreis für Frauen in Führung.
Was kostet eine Peer Group für Gründer in Deutschland?
Die Spanne reicht von kostenfrei bis rund 14.000 € pro Jahr. Das RKW Kompetenzzentrum führt Peergroups kostenfrei durch. Die DFK CEO-Peergroup kostet 999 € zzgl. USt. für eine moderierte Sitzung. Der Deep Work Club Leadership Circle kostet 209 € pro Monat zzgl. USt. bei drei Monaten Mindestlaufzeit. EO Deutschland verlangt 2.630 US-Dollar Jahresbeitrag plus eine einmalige Aufnahmegebühr von 3.500 US-Dollar, dazu den Chapter-Beitrag — EO Berlin ergänzt 2.127,50 € pro Jahr und 1.395 € Aufnahme. machermind kostet 4.500 € netto für sechs Monate. Vistage, TAB, YPO und EGN veröffentlichen in Deutschland keine Preise.
Gibt es strukturierte Gruppenprogramme für Gründer, die unter 2.000 Euro kosten?
Ja, mehrere. Der Deep Work Club Leadership Circle kostet 209 € pro Monat zzgl. USt., also 627 € für die dreimonatige Mindestlaufzeit, und bleibt bis zu neun Monate unter 2.000 €. Die DFK CEO-Peergroup kostet 999 € zzgl. USt. EO Accelerator kostet 1.750 US-Dollar pro Jahr. Die Mitgliedschaft bei den Wirtschaftsjunioren liegt je nach Kreis zwischen 130 und 305 € pro Jahr. RKW Peergroups sind kostenfrei. Oberhalb dieser Schwelle beginnen die meisten geschlossenen Mitgliedschaften und mehrtägigen Mastermind-Formate zwischen 2.500 und 5.000 € pro Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen einem Unternehmerboard und einem Mastermind?
Ein Unternehmerboard ist eine unbefristete, meist monatlich tagende Gruppe nicht konkurrierender Inhaber oder Geschäftsführer, geführt von einem bezahlten professionellen Moderator, mit einer Mitgliedschaft, die von Jahr zu Jahr weiterläuft — das Modell von Vistage und TAB. Ein Mastermind ist typischerweise eine zeitlich befristete moderierte Kohorte mit festem Start- und Enddatum, oft entlang eines Curriculums oder einer Methode, mit kleineren Gruppen und ohne Erwartung unbefristeter Mitgliedschaft. Der praktische Unterschied ist die Bindung: Einem Board gehörst du an, einen Mastermind schließt du ab.
Brauche ich eine bestimmte Unternehmensgröße oder einen Mindestumsatz für eine Peer Group?
Das hängt vollständig vom Anbieter ab. EO verlangt über 1 Mio. US-Dollar Jahresumsatz und einen Eintritt vor dem 50. Geburtstag. YPO verlangt rund 15 Mio. US-Dollar Umsatz und mindestens 50 Vollzeitkräfte bei Aufnahme vor 45. EO Accelerator ist für Gründer zwischen 250.000 und 999.000 US-Dollar Umsatz gedacht. Die Jungen Unternehmer verlangen mindestens 10 Mitarbeitende oder 1 Mio. € Umsatz und ein Alter unter 40. Vistage, TAB, machermind, DFK und der Deep Work Club Leadership Circle veröffentlichen keine Umsatzhürde.
Peer Group oder Einzelcoaching — was passt für Gründer besser?
Eine Peer Group ist stärker, wenn der Wert daraus entsteht zu sehen, wie andere Unternehmen dasselbe Problem gelöst haben, aus Verbindlichkeit und aus der schlichten Entlastung, nicht der Einzige zu sein — Dinge, die ein einzelner Coach strukturell nicht liefern kann. Einzelcoaching ist stärker, wenn die Arbeit sehr spezifisch für eine Person ist, Vertraulichkeit auch gegenüber Peers braucht oder sich nach deinem Terminkalender richten muss statt nach dem der Gruppe. Viele Gründer nutzen beides: die Gruppe für Perspektive, den Coach für die eigenen Muster. Führungskräfte-Coaching kostet in Deutschland im Firmenkontext im Schnitt rund 330 € pro Stunde, moderierte Peer Groups beginnen bei einigen hundert Euro im Monat.
Gibt es Peer Groups für Team Leads statt für Gründer?
Ja, aber deutlich weniger. Die meisten Peer Groups in Deutschland knüpfen den Zugang an Eigentum oder Unternehmensumsatz, was angestellte Führungskräfte ausschließt. Der Deep Work Club Leadership Circle ist speziell für Team Leads im Startup gebaut — VPs, Directors und Heads of mit Personalverantwortung — begrenzt auf zehn Teilnehmende, zweiwöchentlich online, für 209 € pro Monat zzgl. USt. EGN Deutschland bietet Gruppen nach Funktion für angestellte Führungskräfte unter anderem aus HR, IT, Vertrieb und Finanzen. Ten More In richtet sich an Frauen in Führung ab der Team-Lead-Ebene.
Fazit
Es gibt keine beste Peer Group, und wer etwas anderes behauptet, verkauft eine. Es gibt ein passendes Segment, eine passende Zugangshürde und einen passenden Rhythmus für den Punkt, an dem du gerade stehst — und der schnellste Weg, das falsch zu machen, ist ein Netzwerk zu kaufen, wo du ein Unternehmerboard gebraucht hättest, oder eine mehrjährige Mitgliedschaft, wo sechs Monate gereicht hätten.
Wenn du gründest, fang bei der Frage an, was der Raum eigentlich leisten soll: dich einordnen, dich verbindlich halten, oder dir zeigen, wie jemand anderes genau das gelöst hat, was gerade vor dir liegt. Dann wähle das Format, das dafür gebaut ist — und lass dir von jedem Anbieter ohne veröffentlichten Preis einen nennen, bevor du einen Vertriebszyklus investierst.
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